Saunasteine – richtige Anwendung und Kaufempfehlungen

Saunasteine
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Eine der Hauptkomponenten, die dafür sorgen, dass eine Sauna überhaupt funktioniert, sind die Saunasteine für den Aufguss. Solche Saunasteine müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um ihre Aufgabe möglichst lange erfüllen zu können. Was gute Saunasteine auszeichnet und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie hier.


Saunasteine – alle wichtigen Fakten auf einen Blick

  • Saunasteine müssen hohe Temperaturen und Temperaturunterschiede aushalten
  • Sie sollten eine abgerundete Form besitzen (Stichwort weicher Dampf)
  • Saunasteine sollten nicht brüchig, stark mineral- bzw. salzhaltig sein
  • Es gibt Natursteine, behandelte Natursteine und synthetische Steine für die Sauna
  • Saunasteine kosten je nach Qualität zwischen knapp 17 und 43 Euro (der Preis kann bei 1a-Qualität aber auch weit höher liegen)

Saunasteine diverser Shops

Deshalb sind hochwertige Saunasteine vorteilhaft

Saunasteine werden enorm stark beansprucht. Nur wenigen Saunabesitzern ist klar, dass Saunasteine deshalb schnell verschleißen. Immerhin werden sie auf extreme Temperaturen erhitzt und dann mit dem Aufgusswasser quasi schlagartig abgekühlt. Die Folge ist, dass Splitter vom Gestein platzen können, die zwischen die anderen Steine fallen. Diese Splitter bilden Hindernisse in der Heimsauna, denn so kann die Luft nicht mehr frei zirkulieren. Infolgedessen glühen die Heizstäbe aus. Langfristig betrachtet kommen deshalb qualitativ schlechte Saunasteine unterm Strich teurer.

Wer jeden Tag seinen Saunaofen 8 Stunden in Betrieb nehmen würde, müsste ungefähr alle drei Monate für einen Austausch der Steine sorgen. So handhaben es jedenfalls die meisten öffentlichen Saunaanlagen. Denn nur wenn die Saunasteine in einem guten Zustand sind, ist die gleichmäßige Dampfbildung garantiert. In einer privaten Sauna ist der Zeitpunkt des Austausches abhängig von der Intensität der Nutzung.

Ein weiterer Punkt, der zum Verschleiß der Saunasteine beiträgt, sind die Inhaltsstoffe des Aufgusswassers. Hinzu gefügte Aufgusskonzentrate, Sauna-Öle, Kalk und Salze lagern sich an der Oberfläche der Saunasteine ab, sobald das Wasser verdampft ist. Das wirkt wie eine Isolationsschicht einerseits und andererseits sieht es ungepflegt aus. Die Verkrustungen lassen sich nicht einfach beseitigen, denn sie brennen sich in den Stein ein.

Anforderungen an Saunasteine – Qualität zahlt sich langfristig aus

Gute Saunasteine müssen mehrere Anforderungen erfüllen.

  • Zum einen müssen sie große Temperaturspannen aushalten können. Fachleute sprechen vom thermischen Ausdehnungskoeffizienten, der gering und homogen sein sollte.
  • Außerdem ist eine Mindest-Elastizität der Mineralien erforderlich, damit die Gefahr der Absplitterung möglichst gering ist.

Die physikalische Praxis zeigt, wenn in einem Stein verschiedene Mineralbestandteile vereint sind, die sich beim Ausdehnungskoeffizient voneinander unterscheiden, ist die Splitter- und Bruchgefahr besonders groß. Das bedeutet, dass zum Beispiel Quarzstein eine ungeeignete Wahl für Saunasteine ist, da Quarz zur Splitterbildung neigt.

Verwitterungsbeständigkeit von Saunasteinen

Eine weitere Anforderung, die ein Saunastein haben muss, ist die Verwitterungsbeständigkeit. Denn nicht nur die hohen Temperaturunterschiede setzen dem Gestein zu, sondern auch das Wasser. Im Wasser ist meist natürliche Kohlensäure vorhanden, das in Verbindung mit Hitze aggressiv auf das Gestein einwirkt. Die wasserlöslichen Salze tun ihr Übriges dazu.

Weist ein Stein große Lufteinschlüsse und Spalten auf, läuft das Wasser tief in das Gestein hinein und sorgt dort für beschleunigte Verwitterung. Somit kommen auch Steine mit wasserlöslichen Salzen als Bestandteile (z. B. Calcit, Gips) nicht für Saunasteine in Frage. Dazu zählt übrigens auch Sandstein. Er beinhaltet Sand, in dem Calcit gebunden ist. Dieser löst sich aus den Steinen und rieselt in den Ofen.

Diese Saunasteine eignen sich gut für den Saunaofen

Klassische Saunasteine, die die Kriterien Verwitterungsbeständigkeit, Ausdehnungskoeffizient, und Mindestelastizität erfüllen, sind beispielsweise die folgenden:

  • Granit,
  • Diorit,
  • Gabbro
  • Peridotit

All diesen Gesteinen ist gemeinsam, dass sie hitzeverträglich sind, thermische Schocks aushalten und keine ungeeigneten Mineralbestandteile aufweisen. Neben den genannten Saunasteinen sind weitere Tiefengesteine geeignet, etwa:

  • Plutonit
  • Porphyr
  • Vulkanite

Doch nicht alles, was theoretisch für den Saunaofen geeignet wäre, ist auch verfügbar. Daher haben sich die Hersteller kreative Alternativen einfallen lassen.

Hersteller bieten kostengünstige Alternativen an

Es muss nicht immer Naturstein sein, den Sie für Ihren Saunaofen verwenden. Verschiedene Hersteller haben durchaus funktionierende Alternativen entwickelt:

  • Behandelte Saunasteine: Um ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen und die Verfügbarkeit zu gewährleisten, sind Hersteller auf die Idee gekommen, synthetische Saunasteine zu produzieren. Sie sind natürlichen Ursprungs, weisen aber zum Beispiel speziell gehärtete Oberflächen auf. Das verlängert die Lebensdauer um ein Vielfaches. Fachleute sprechen gar von einer 5 bis 7 Mal längeren Nutzungsdauer.
  • Vollsynthetische, keramische Saunasteine: Sie sind ebenfalls im Handel erhältlich. Sie haben eine noch höhere Lebensdauer, als technisch modifizierte Saunasteine aus der Natur. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Kerkes Saunasteine.

Granit als Saunastein ist sehr beliebt

Überwiegend werden Granitsteine für den Saunaofen bevorzugt. Entsprechend groß ist das Angebot der Hersteller. Allerdings ist nicht jeder Granit für den Einsatz in der Sauna geeignet. Die wichtigste Voraussetzung ist die thermische Belastbarkeit, die der jeweilige Granit mitbringen muss. Letztlich geht es um die Zusammensetzung im Gestein. Stammt der Granit aus einem mineralreichen Steinbruch, der hohem Druck ausgesetzt war, ist der Granit besonders widerstandsfähig in Hinblick auf starke Temperaturunterschiede.

Ein solch belastbarer Granit ist zum Beispiel die Variante Olivindiabas. Außerdem weist der Stein eine hohe Wärmehaltekapazität auf. Die Finnen setzen auf Olivindiabas und nutzen das Gestein vielfach in ihren Saunen. Diese Granitart stammt aus der Region Satakunta in Finnland und ist der weltweit am häufigsten verwendete Saunastein.

Auf dem Markt sind allerdings unterschiedliche Granitgesteine. Neben Olivindiabas sind unter anderem Olivin (weniger hitzeverträglich), Diabas und deutscher Granit im Angebot.

So werden Saunasteine korrekt gestapelt

Kommt die Saunasteinlieferung ins Haus, dürfen die Steine nicht einfach aus der Verpackung in den Saunaofen geschüttet, sondern sie sollten sorgsam aufeinandergestapelt werden. Dabei ist es wichtig, die einzelnen Heizelemente nicht zu stark zu verdecken. Die freie Luftzirkulation im Ofen muss unbedingt sichergestellt sein.

Am besten werden die Steine von klein nach groß aufgestapelt. Das bedeutet, dass die kleinen Steine nach unten in den Ofen gelegt werden die anderen Steine der Größe nach sortiert nach oben, sodass ganz oben auf der Steinfüllung die größten Steine platziert sind.

Die Saunasteine sind im Handel zwar relativ gut vorsortiert, so dass die einzelnen Steine keine großen Varianzen aufweisen. Doch ein wenig Unterschied ist immer vorhanden. Deshalb schadet es nicht, die Steine aus der Verpackung zu holen und sie zuerst nach Größe zu sortieren.

Kauftipps für Saunasteine

Auf der Suche nach den passenden Saunasteinen sollten Kaufinteressenten einige Aspekte beachten, damit Sie gute Qualität zu einem angemessenen Preis erhalten.

  • Die Steine sollten frei von Staub sein und keine Verschmutzungen aufweisen
  • Um einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten, sollten die Steine zertifiziert sein. Die ISO 9002 gewährleistet, dass kein Asbest im Gestein enthalten ist. Diese Zertifizierung muss auf dem Karton aufgedruckt sein.
  • Seriöse Lieferanten geben die genaue Mineralienzusammensetzung mit einer detaillierten Steinanalyse bekannt.
  • Auf der Verpackung muss das geologische Institut genannt sein, das für die Analyse der Saunasteine verantwortlich ist.
  • Der sogenannte, beim Saunagang erwünschte weiche Dampf entwickelt sich dann, wenn das Aufgusswasser nicht auf der flachen Oberseite der Saunasteine liegen bleibt, sondern durch den gesamten Steinkorb hindurch läuft und die Steine quasi umhüllt. Das funktioniert nur dann, wenn die Steine eine gerundete Oberfläche aufweisen, also fast schon eine Kieselform haben. Wer den besonders geschätzten weichen Saunadampf erzeugen will, muss Saunasteine in gerundeter Form wählen.

Die Preise für Saunasteine

Saunasteine werden in Kartons in unterschiedlichen Größen angeboten. Für einen Karton mit 20 kg Granitgestein sind um die 35 Euro fällig. Spezielle Specksteine, Diabas oder Peridotit können leicht den doppelten Preis haben. In diesem Fall erhalten Sie aber für Ihr Geld qualitativ erstklassige Saunasteine, die sehr langlebig sind.