Erdsauna: Saunagenuss mit mehr Hitze und weniger Luftfeuchtigkeit

Erdsauna

Es gibt viele verschiedene Saunaarten, aber kaum eine erzeugt eine so angenehme und vor allem trockene Hitze, wie die Erdsauna. Zugegeben, der Bau einer solchen, auch als Erdwallsauna bezeichneten Sauna ist aufwendig, aber sie garantiert höchste Entspannung und maximalen Nutzen für die eigene Gesundheit. Dieser Beitrag klärt, wie eine Erdsauna gebaut wird, wie sie funktioniert und warum sie so gesundheitsfördernd ist.


Fakten zur Erdsauna im Überblick

Eine Erdsauna wird in einer Erdhöhle am Hang oder in einem Hügel errichtet Die Wände erzeugen ein trockenes Klima mit 9 bis 20 Prozent Luftfeuchtigkeit Im Inneren entstehen Temperaturen bis zu 110 Grad Celsius Die Hitze wird meist durch einen Holzofen erzeugt Eine Erdsauna kann auch mit einem Elektro- oder Gasofen betrieben werden Für den Bau ist eine Baugenehmigung notwendig

Ursprünge der Erdsauna

Bei der Erdsauna handelt es sich sozusagen um die Urform der finnischen Sauna. In Anbetracht der bis zu 6 Monate dauernden, sehr kalten Winter suchten die Finnen nach Möglichkeiten eines Ausgleichs. Sie wollten eine Möglichkeit schaffen, sich aufzuwärmen und etwas für ihre Gesundheit zu tun. Als „Saunakabine“ wurden früher natürlich entstandene Erdhöhlen genutzt oder eigens Löcher in den Boden gegraben, die man dann mittels Holzstämmen überdachte und mit Moos oder Laub abdichtete.

Im Inneren wurden Steine mithilfe eines Feuers auf bis zu 110 Grad Celsius erhitzt. Durch die Beschaffenheit der mit Steinen ausgelegten oder aus Fels bestehenden Höhlenwände entstand dabei ein besonders angenehmes und trockenes Klima, in dem der Schwitzeffekt sehr schnell einsetzte.

Heute erinnern lediglich die hohe Temperatur und die niedrige Luftfeuchtigkeit an die ursprüngliche Erdsauna. Der Boden der Kabine ist nicht mehr aus Erde, sondern mit Naturstein oder Fliesen versehen. Die Hitze entsteht nur noch selten durch im Feuer erhitzte Steine, sondern durch den Einsatz moderner Gas- oder Elektroöfen. Auch der Luftaustausch findet heute nicht mehr über Spalten statt, sondern wird von moderner Technik gesteuert.

Besonderheiten der Erdsauna

Neben der besonderen Bauweise, durch die die Sauna teilweise oder sogar ganz unter der Erdoberfläche liegt und normalerweise keine Fenster besitzt, ist es vor allem die höhere Temperatur sowie die niedrige Luftfeuchtigkeit von meist nur 9 Prozent, die den Saunagang in der Erdsauna so effektiv machen. Bei Temperaturen von bis zu 110 Grad Celsius beginnt der Körper schneller zu schwitzen und trockene Luft erhitzt sich nachgewiesenermaßen deutlich schneller.

Viele berichten, dass die trockene Hitze sehr viel angenehmer ist, als die feuchte Hitze in einer klassischen Sauna. Da der gesamte Schwitzvorgang schneller vonstatten geht und der Kreislauf deutlich stärker beansprucht wird, kann es beim Saunieren in der Erdsauna notwendig sein, die Zeitspanne der Saunagänge zu verkürzen und entsprechend anzupassen. Zwischen 10 und 15 Minuten werden oft als angenehm empfunden, Profis bleiben auch 20 Minuten in der Erdsauna.

Beim Aufguss in der Erdsauna hat die Wassermenge eine große Bedeutung. Durch die besondere Bauart erzeugt eine einzige Schöpfkelle Wasser denselben Effekt, den man in einer klassischen Finnischen Sauna mit einem ganzen Liter Wasser erzielt, das auf die heißen Steine gegossen wird. Hier braucht der Saunameister bzw. die Person, die den Saunagang lenkt ein hohes Maß an Feingefühl. Das Aufgießen des Wassers erleben viele Saunagänger als plötzliche und drastische Erhöhung der Hitze. Auch deshalb ist ein Saunagang in der Erdsauna anstrengend. Aus diesem Grund sollte man lieber weniger Wasser verwenden, um die gewünschte Temperatur auf sanfte Weise zu erreichen.

Welcher Saunaofen eignet sich für eine Erdsauna?

Der traditionelle in einer Erdsauna verwendete Ofen ist der Holzofen. Er erhitzt die Steine sehr schnell und erreicht hohe Temperaturen. Da es bei dieser Ofenart gerade am Beginn trotz Schornstein zu Rauchentwicklung kommen kann, sollte man die Tür zur Erdsauna zunächst offenlassen und so einen natürlichen Luftaustausch ermöglichen. Ist der Rauch abgezogen, kann man die Tür schließen und mit dem Saunagant beginnen.

Moderne Erdsaunen verfügen über einen Gasofen oder Elektroofen. Diese verursachen keinerlei Rauch, können aber dennoch die benötigten Temperaturen erzeugen.

DIY-Erdsauna – wie man selbst eine Erdwallsauna baut

Prinzipiell ist es möglich, eine Erdsauna selbst zu errichten. Dazu müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen vorliegen:

  • Vorhandensein eines geeigneten Grundstücks
  • Ideal ist ein Grundstück in Hanglage
  • Möglichkeit zur Errichtung eines Hügels
  • Statische Prüfung und Freigabe des Baugrundes
  • Vorliegen einer Baugenehmigung

Beim Bau einer Erdsauna sollte man darauf achten, dass sich zumindest zwei Drittel im Hang oder Hügel befinden, also die Rückwand sowie mindestens 50 Prozent der Seitenwände. So wird gewährleistet, dass sich der besondere Effekt der Erdsauna bei den Saunagängen einstellt. Für den Bau kann man sich Anleitungen im Internet besorgen, beispielsweise findet man solche Anleitungen auf der Videoplattform YouTube.

Um den natürlichen Eindruck einer Erdsauna zu erzeugen, kann man beim Bau vor allem hochwertiges Vollholz wie nordische Fichte oder Rotzeder für die Auskleidung der Erdsauna-Kabine und für die Sitz- bzw. Liegemöglichkeiten verwenden. Auch Naturstein oder robuste Fliesen für Boden und Rückwand erzeugen das Gefühl, sich in einer natürlichen Umgebung zu befinden. Wer ganz ursprünglich bauen möchte, kann den Boden mit einer Schicht aus gestampftem Lehm auskleiden und dann Holzroste darüberlegen. So bleiben die Füße sauber. Die mit Naturstein versehene Wand und auch der Lehmboden speichern die abgegebene Hitze besonders gut.

Vor- und Nachteile der Erdsauna

Eine Sauna fördert die Gesundheit, unterstützt das Immunsystem sowie das Herz-Kreislaufsystem. Diese Effekte erzielt auch eine Erdsauna. Um eine fundierte Bau- oder Kaufentscheidung treffen zu können, ist es aber notwendig, nicht nur die Vorteile, sondern auch alle Nachteile in Sachen Erdsauna zu kennen. Die folgende Liste enthält die jeweils wichtigsten.

Vorteile ErdsaunaNachteile Erdsauna
erreicht sehr hohe Temperaturender Bau einer Erdsauna ist aufwendig und anspruchsvoll
die Luftfeuchtigkeit ist geringman benötigt ein eigenes Grundstück, möglichst in Hanglage
die Bauweise erzeugt eine angenehme Atmosphäredas Ausheben einer Saunagrube bzw. die Errichtung eines Hügels sind teuer
die Erdsauna gilt als ursprünglichste Saunaformfür den Bau einer Erdsauna braucht man eine Baugenehmigung
in einer Erdsauna haben bis zu 15 Personen Platzdie Kosten für den Bau übersteigen die für eine klassische Sauna deutlich

Fazit: Erdsauna ist der Saunatyp für eingefleischte Saunagänger

Wer regelmäßig in die Sauna geht und eine besonders effektive und zugleich optisch schöne Sauna bauen möchte, der sollte zumindest über eine Erdsauna nachdenken. Gut, man braucht ein entsprechendes Grundstück und muss deutlich mehr Geld investieren, als dies beim Bau einer Sauna im Keller oder Garten der Fall wäre. Dafür kann man aber nach Fertigstellung der Erdsauna in einem sehr natürlichen und ursprünglichen Ambiente saunieren. Gerade die Kombination aus Ursprünglichkeit und moderner Saunatechnik macht die Erdsauna für viele Fans so attraktiv.