Römisches Bad – Eigenschaften, Wirkungen, Kauftipps

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Das römische Bad ist eine uralte Badetradition. Seinen Ursprung hat das römische Bad vor ungefähr 2000 Jahren in Rom. Dort existierten in der damaligen Zeit über 160 öffentliche Bäderanlagen. Im römischen Bad wurde nicht nur der Körper gereinigt, vor allem diente es als Kontaktort und dem sozialen Austausch.

Bauweise eines römischen Bades

Im römischen Bad besucht man 4 verschiedene Badeformen. Es handelt sich dabei um

  • das Tepidarium
  • das Caldarium
  • das Laconium
  • das Frigidarium

Ein römisches Bad ist ein ganzes Badehaus, das je nach Standort und Einzugsgebiet mehrere Tepidarien, Caldarien, Laconien und Frigidarien aufweist. Hinzu kommen ausgedehnte Ruhezonen, Freiflächen, Massageangebote und auch Gastronomie und Sonnenbänke sind häufig zu finden.

Wirkung und Funktionsweise eines römischen Bades

Der Aufenthalt in einem römischen Bad dient der Reinigung, der Entspannung, der Kommunikation und Regeneration.

Das Tepidarium ist ein lauwarmer Raum, der ungefähr 30 °C aufweist. Er liegt zwischen dem Kaltbad und dem Heißbad. Der Aufenthalt im Tepidarium dient der Regeneration und ist die Vorbereitung auf das kommende Baderitual. Wer im römischen Bad das Tepidarium besucht, muss sich an keine zeitlichen Vorgaben halten und kann so lange verweilen, wie es für ihn persönlich zuträglich ist.

Im Caldarium erwarten den Besucher eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 42 und 50 °C. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit bezeichnet man das Caldarium auch als Dampfbad, manchmal als Aroma-Dampfbad. Das Klima sorgt dafür, dass Besucher schnell ins Schwitzen kommen. Das Caldarium ist mit Terrakotta- oder Keramikfliesen ausgestattet. Diese ziehen sich über die Wände, die Böden, die Deckenflächen und die Bänke. Die Wärme wird gleichmäßig auf die Besucher abgestrahlt. Der Aufenthalt im Caldarium sollte zwischen 30 und 40 Minuten liegen. Der Körper schwitzt, führt damit Schlacken nach außen und bringt gleichzeitig den Kreislauf in Gang.

Das Laconium ist ein trockenes Schwitzbad mit Temperaturen um die 60 °C. Der Unterschied zum Caldarium ist mit 10°C wenig, doch der Körper beginnt relativ schnell zu schwitzen. Im Vergleich zur finnischen Variante ist dieses Schwitzbad mild. Manche bezeichnen das Laconium auch als Bio-Sauna. Bis 1 Stunde lässt sich der Aufenthalt im Laconium ausdehnen.

Die Wirkung im Lakonium spielt sich vorwiegend im Bereich der Entschlackung und Entgiftung des Körpers ab. Die Durchblutung wird gesteigert, die Muskeln entspannen sich. Durch den moderaten Temperaturanstieg wird der Kreislauf wenig belastet und bei regelmäßigem Besuch stärkt sich das Immunsystem. In so manchem Laconium wird meditative Musik abgespielt, um den Entspannungseffekt zu verstärken. Auch Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen können diese milde Sauna besuchen.

Wer ins Frigidarium wechselt, geht in einen Kälteraum. Dieser ist in der Regel zwischen 15 und 20° temperiert. Er dient dazu, den Körper abzukühlen. In einem Frigidarium befinden sich gelegentlich Erlebnisduschen und Becken mit eiskaltem Wasser. Je nach Ausstattung und Größe des römischen Bades sind Kneipp-Wasseranwendungen im Angebot. Grundsätzlich kann das Frigidarium auch draußen liegen. Insbesondere in den kühlen Wochen und Monaten des Jahres, bei denen die Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt liegt, ist das natürliche Frigidarium eine willkommene Abwechslung zum bekannten Baderitual in einem römischen Badehaus.

Vorteile und Nachteile eines römischen Bades

Vorteile

  • Vielseitig nutzbar
  • Vier unterschiedliche Badeformen unter einem Dach
  • es kann ein ausgedehnter Badetag veranstaltet werden
  • das milde Klima macht das römische Bad auch für Personen mit einem schwachen Herz-Kreislaufsystem zugänglich
  • wirkt entspannend und ausgleichend
  • kann individuell nach den eigenen Bedürfnissen genutzt werden
  • wird in größeren Städten und gelegentlich auch in ländlichen Gebieten angeboten

Nachteile

  • Lässt sich nicht zu Hause durchführen

Römisches Bad im Vergleich zur finnischen Sauna

UnterscheidungskriteriumRömisches BadFinnische Sauna
WärmeentwicklungIm römischen Bad herrschen in den unterschiedlichen Räumen auch unterschiedliche Temperaturen. Maximal 60° sind im römischen Bad zu finden.Temperaturen zwischen 70 und 100° herrschen in der finnischen Sauna
LuftfeuchtigkeitJe nach genutzten Raum schwankt die Luftfeuchte.Die Luftfeuchtigkeit in der Sauna beträgt ohne Aufguss oben unter der Decke 2-3 %, mit Aufguss liegt sie kurzzeitig erheblich höher.
WirkungIn erster Linie wirkt das römische Bad entspannend, es reguliert und stabilisiert den Blutdruck auf moderatem Weg. Als Ort für soziale Kontakte und Kommunikation trägt es erheblich dazu bei, dass Stress abgebaut wird. Die milde Wärme lässt Muskeln entspannen, die lange Anwendungsdauer und langen Schwitzphasen sorgen dafür, dass Schlacken aus dem Körper abtransportiert werden.In der Sauna wird die Durchblutung angeregt, die Abwehrkräfte stabilisiert und Muskelverspannungen gelöst. Auch die Haut profitiert vom Gang in die finnische Sauna
ZielgruppeDie milde Bedingungen und die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten im römischen Bad lassen es zu, dass junge und alte Menschen, gebrechliche und gesunde Personen gleichermaßen davon profitieren. Wer krank ist und zum Beispiel unter Schnupfen und Husten leidet, sollte allerdings nicht ins römische Bad gehen.Generell sollten Personen, die in die finnische Sauna gehen, einen stabilen Gesundheitszustand aufweisen. Wer generell unter Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen leidet, sollte dem Besuch in der Sauna vermeiden bzw. vorher mit dem Arzt sprechen. Auch Patienten, die unter Atemwegserkrankungen leiden, gehören nicht ohne ärztlichen Rat in die finnische Sauna.

Tipp für das römische Bad

Online lassen sich diverse Verzeichnisse von Thermen in Deutschland finden. In Nordrhein-Westfalen gibt es zum Beispiel über 100 Thermen. Danach folgt Bayern fast gleichauf. Baden-Württemberg ist jedoch mit über 180 Thermen absoluter Spitzenreiter. Wer das Ritual des römischen Bades einmal ausprobieren will, sollte sich zum Beispiel nach Aachen in die Carolus Thermen begeben, die weit über ihre Grenzen hinaus bekannt sind. Doch auch die Caracalla Therme in Baden-Baden steht mit ihrer römischen Saunalandschaft der Aachener Therme in nichts nach.

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