Baby und Sauna – was ist zu beachten?

Baby in der Sauna

In den nordischen Ländern ist es vollkommen normal, dass Eltern ihre Kinder mit in die Sauna nehmen. Aber auch Babys sieht man dort mit ihren Eltern in den Saunakabinen ein und aus gehen. Prinzipiell besteht Einigkeit darin, dass die Sauna für Babys nicht schädlich ist. Lediglich über das Alter, ab dem die Kleinesten mit in die Sauna sollten, wird diskutiert. Was es beim Thema Baby und Sauna zu beachten gilt, erläutert dieser Beitrag.

Die wichtigsten Fakten zu Sauna und Baby

  • Der Nachwuchs muss langsam an das Saunieren gewöhnt werden (Start mit einem Saunagang)
  • Man sollte die Sauna nur mit einem gesunden Kind ohne Infekt, Fieber, Schnupfen o. ä. besuchen
  • Babys in der Sauna sollten von den Eltern gut beobachtet werden
  • Zu heiße Saunagänge sollte man mit Babys vermeiden (maximal 40 bis 60 Grad)
  • Die Länge der Saunagänge müssen an das Alter des Babys angepasst werden
  • Im Idealfall kombiniert man den Saunabesuch mit Babyschwimmen und stärkt so auf verschiedene Weise die Gesundheit des Babys

Welches Alter wird beim Saunieren für Babys empfohlen?

In diesem Punkt gehen die Meinungen etwas auseinander. Es gibt keine Altersgrenze, die irgendwie vorgeschrieben oder allgemeingültig ist. So nehmen manche Eltern in Finnland ihren Nachwuchs bereits mit zum Schwitzen, wenn dieser einen Monat alt ist. Die überwiegende Zahl der Eltern startet mit dem Besuch, wenn das Kind 4 oder 5 Monate alt ist.

Der Deutsche Sauna-Bund e.V. rät zu einem Mindestalter von 4 Monaten und ergänzt, dass es sinnvoll ist, wenn das Kind die sogenannte U4 hinter sich hätte, also nach der vierten Vorsorgeuntersuchung für Kleinkinder. Demgegenüber glaubt der Deutsche Hebammenverband e. V., dass dies zu früh sei und plädiert für eine Mindestalter von einem Jahr. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wiederum meint, dass erst Kinder ab zwei oder sogar drei Jahren in die Sauna gehen sollten.

Viele öffentliche Saunen haben eigene Regeln hinsichtlich der Anzahl von Saunagängen, der erlaubten Zeit in der Sauna und der Temperatur für Babys in der Sauna aufgestellt, meist liegt das zugelassene Mindestalter für den Nachwuchs bei sechs Monaten. Kinder ab drei Jahren dürfen dann sämtliche Saunaarten nutzen, allerdings nur unter ständiger Aufsicht. Ab einem Alter von sieben Jahren sind Kinder normalerweise in der Lage, zu erkennen und zu kommunizieren, wenn ihnen die Sauna nicht guttut und diese zu verlassen. Trotzdem haben viele Saunalandschaften Regeln aufgestellt, nach denen Minderjährige bis zum Erreichen eines bestimmten Alters nicht ohne Aufsicht in die Sauna dürfen.

Was sagt die Wissenschaft zum Thema Baby-Sauna?

Es gibt verschiedene Studien, die sich dem Thema Saunieren mit Babys bzw. Kleinkindern gewidmet haben. So fand eine Studie mit 47 Kindern zwischen drei und 14 Monaten statt. Die Forscher Rissmann, Al-Karawi und Jorch konnten dabei nachweisen, dass sämtliche Kinder nach einem 15-minütigen Aufenthalt im Schwimmbecken und einem Saunagang von drei Minuten Länge in einer finnischen Sauna anschließend keine höhere Temperatur und auch sonst keinerlei Nebenwirkungen zeigten.

In Finnland forsche ein Wissenschaftler namens Eero Jokinen mithilfe von 61 Probanden verschiedener Altersstufen. Dabei stellte er fest, dass Saunagänge ab 10 Minuten Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben können. Diese zeigten sich z. B. durch erhöhte Körpertemperatur sowie steigende Herzfrequenz. Der Blutdruck blieb gleich, sank aber nach jedem Saunagang, wodurch zwei Kinder kurz kollabierten, während sie sich abkühlten. Auffällig war, dass Kinder, die jünger als 5 Jahre waren, nach dem Saunagang ein geringeres Herzschlagvolumen aufwiesen. Für Jokinen zeigten die Ergebnisse, dass man Kinder beim Saunieren aufgrund der hohen Herausforderungen an das Herz-Kreislaufsystem nie unbeaufsichtigt lassen sollte.

Baby in der Sauna – Aufgüsse nicht sinnvoll

Wer mit seinem Baby oder Kleinkind in die Sauna geht, sollte dies zu den ausgewiesenen Zeiten tun, denn in diesen speziellen Baby-Zeiten gibt es in den Saunen keinerlei Aufgüsse. Diese sind für die kleinsten ungeeignet, unabhängig davon, mit welchen Zusätzen die Saunaaufgüsse angereichert sind. Wenn Babys mit in die Sauna genommen werden, geht es in erster Linie um die Stärkung der Abwehrkräfte, was vor allem durch den Wechsel zwischen heiß und kalt ermöglicht wird.

Was ist beim Saunagang mit Baby zu beachten?

Jeder Gang in die Sauna muss auf den Nachwuchs abgestimmt werden. Ein Baby einfach zu einem normalen Saunagang mit in die Kabine zu nehmen, wäre unverantwortlich, denn immerhin ist die Nutzung der Sauna eine große Herausforderung für das Herz-Kreislaufsystem.

Um das Baby oder Kleinkind an die Sauna zu gewöhnen, sollten die jeweiligen Phasen, also Wärme- und Abkühlphase, in abgeschwächter Form durchlaufen werden. Zuerst duscht man den Nachwuchs ab und trocknet ihn ordentlich ab. Vor allem die Füße sollten warm sein, weil man dann erst richtig ins Schwitzen kommt. Der Saunagang sollte z. B. nicht länger als drei Minuten dauern, wobei Mama oder Papa mit dem Baby immer ganz unten sitzen sollte, wo es kühler ist. Prinzipiell gilt, dass das Baby beim Saunagang, wenn dies möglich ist, keine Windel tragen sollte.

Zudem sollte man das Kind nicht mit in das eiskalte Abkühlbecken nehmen. Die bessere Lösung ist ein Spaziergang im Freien, bei dem der Nachwuchs unbedingt in ein schönes Handtuch eingewickelt wird und eine Mütze tragen sollte. Nach dem Spaziergang kann man mit dem Kleinen bei etwa 25 Grad lauwarm duschen. Wenn sich die Körpertemperatur an den Wechsel gewöhnt und reguliert hat, ist ein zweiter Saunagang möglich.

Vor- und Nachteile beim Thema Saunagänge für Babys

Es gibt auch bei der Sauna für Babys Vor- und Nachteile, die Eltern zumindest kennen sollten, bevor sie ihren Nachwuchs das erste Mal mit in die Sana nehmen. Die folgende Tabelle zeigt, was für und was gegen das Saunieren mit Babys spricht.

Sauna für Babys – VorteileSauna für Babys – Nachteile
+ Organismus der Babys stellt sich bei regelmäßigen Saunabesuchen schneller auf den wetterbedingten Temperaturwechsel ein.– Angst der Babys vor der ungewohnten Umgebung und den veränderten klimatischen Bedingungen kann zu Abwehrreaktionen wie Hyperventilation führen.
+ Saunagänge verbessern die Durchblutung der Atemwegsschleimhäute beim Baby, wodurch sie resistenter gegenüber Krankheitserregers sind.– Saunahitze kann zu Überhitzung führen und sollte durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und kürzere Saunagänge vermieden werden.
+ Babys und Kinder, die regelmäßig in die Sauna gehen, leiden seltener unter Muskelverspannungen, weil Wärme diese lösen kann.– Babys und Kleinkinder können Unwohlsein nicht selbstständig kommunizieren, was zu riskanten Situationen führen könnte.

Was braucht man alles, wenn Babys in die Sauna gehen?

Damit sich das Baby bzw. Kleinkind in der Umgebung der Sauna und auch in der Saunakabine wohlfühlt, sollten Eltern immer dafür Sorge tragen, dass sie beispielsweise beim Besuch einer öffentlichen Saunalandschaft alles dabeihaben, was der Nachwuchs benötigt. Da sind hauptsächlich die folgenden Utensilien:

  • Badehandtücher (2 bis 3, davon ein größeres zum Abtrocknen und ein kleineres zum Unterlegen in der Sauna)
  • Waschlappen (1 oder 2 Stück, wichtig für die Reinigung vor und nach dem Saunagang)
  • Spielsachen & Kinderbücher (nicht zu groß, möglichst wasserfest, Bücher für die Pausen)
  • Windeln (zum Wechseln, Stückzahl je nach Dauer des Aufenthaltes)
  • Körperpflegeprodukte (je nach Alter des Kindes, z. B. Duschgel, Puder, Öl oder ähnliche Dinge)
  • Verpflegung (Getränke in Plastikflaschen, Brei, Obst, Kekse)
  • Schnuller (bei Babys unbedingt an den Nuckel denken)
  • Kleidung (neben den normalen Anziehsachen auch eine warme Mütze für Saunapausen im Freien)

Neben den Sachen für das Baby oder Kleinkind sollten die Eltern natürlich auch die Dinge mit einpacken, die für ihr eigenes Wohlbefinden wichtig sind. Dazu gehören natürlich Badehandtücher, Bademäntel, Badelatschen, ein gutes Buch oder Kopfhörer für Musik aus dem Smartphone und Essen & Getränke, wenn man sie nicht an der Bar bzw. im Restaurant der Saunalandschaft kaufen möchte.

Fazit: Sauna für Babys, aber immer angepasst und unter Aufsicht

Es ist vollkommen ok, wenn man Babys ab etwa 4 Monaten mit in die Sauna nimmt. Dann allerdings sollten die Rahmenbedingungen an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden. Das bedeutet nicht so hohe Temperaturen in der Sauna, kürzere und nicht so häufige Saunagänge und stets ein wachsames Auge auf den Nachwuchs. Öffentlich zugängliche Saunen bieten spezielle Baby-Saunazeiten an und haben strikte Regeln für das Saunieren mit Babys oder Kleinindern. Das Mindestalter beträgt oft 6 Monate. Wer vorsichtig ist, der kann seinem Nachwuchs mit regelmäßigen Saunabesuchen auf jeden Fall etwas Gutes in Sachen Gesundheit tun. Denn auch Babys, die öfter in die Sauna gehen, sind resistenter gegen Krankheitskeime und Erkältungskrankheiten.