Aufbau und Inbetriebnahme einer Massivholzsauna oder Einbausauna

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Eine finnische Sauna gibt es in verschiedenen Ausführungen. Grundsätzlich haben diejenigen, die eine Sauna kaufen möchten, zwei Alternativen zur Auswahl. Entweder, sie entscheiden sich für eine Einbausauna oder für ein Saunablockhaus.

Das Blockhaus ist die klassische Version einer finnischen Sauna. Die Einbausauna übernimmt die grundlegenden Prinzipien der finnischen Sauna. Die Bausatz-Sauna wird sowohl als Einbau- als auch Blockhaus angeboten – wir geben Tipps zur idealen Vorbereitung für einen reibungslosen Bau der Sauna, egal für welchen Saunatyp.

Im Ergebnis bieten beide Bauweisen höchsten Genuss. Maßgeblich für das gesunde Saunaklima sind die sorgfältige Ausführung und die Auswahl des richtigen Materials.

Aufbau eines Massiven Saunablockhauses

Einige Experten sowie Verfechter der Traditionen sind der Meinung, dass die einzigen zulässigen Grundbaustoffe für eine echte finnische Sauna ausschließlich Polarfichte oder Polarkiefer sind. Alles andere lassen sie nicht gelten. Anbieter, die diese sehr stringente Auffassung von Saunabau vertreten, haben meist keine zweischalig konzipierten Saunahäuser im Angebot – einfach aus Prinzip.

Doch das heißt nicht, dass eine Einbausauna aus Verbundmaterial schlecht ist, die Technik ist inzwischen so weit entwickelt, dass sich sehr gute und preisgünstige Saunakabinen in der günstigen Schichtbauweise erwerben lassen.

Eine massive Blockbohlensauna produziert ein gesundes Saunaklima, ist extrem stabil, weist eine lange Lebensdauer auf und sie braucht im Vergleich mit zweischaligen Saunakabinen weniger Energie. Bei einem hochwertigen Saunablockhaus aus massiven Bohlen kommen herzgetrennte Blockbohlen zum Einsatz. Die einzelnen Blockbohlen werden in der Spundung mit Spezial-Profilen versehen.

Mit der Spundung ist der Verbau von Teilen (Wänden) gemeint, die gleichzeitig eine Dichtungsfunktion übernehmen. Im Bereich der Spundung sollten Dehnungsfugen eingebaut sein. Diese sorgen dafür, dass das Holz auch an dieser Stelle nicht quetscht oder gestaucht. Denn daraus könnten sich sonst Risse oder Abspaltungen ergeben.

Die einzelnen Blockbohlen weisen Verkämmungen und Windstege auf, je nachdem, an welcher Stelle sie eingesetzt werden. Gefertigt werden hochwertige Saunablockhäuser aus gut abgelagertem Holz, das zusätzlich künstlich getrocknet wird. Je geringer die Restfeuchte der Bohlen ist, desto besser für das Saunaklima.

Auch die Bänke in einem Saunablockhaus sind in der Regel aus massiven Bohlen hergestellt. Je nach Durchmesser der Bohlen können damit relativ große Spannweite erreicht werden. Unterhalb der Bänke ergeben sich dann Freiräume. Weniger kostenintensive Saunablockhäuser weisen stufenartige Sitzhöhen auf, unter denen kein nutzbarer Freiraum mehr ist.

Die Decke in einem Saunablockhaus wird mittels stabiler Deckenträger hergestellt. Je größer der Durchmesser der Sauna, desto stabiler muss die Deckenkonstruktion sein. Nur dann ist gewährleistet, dass sich die Decke langfristig nicht durchhängt.

Die Bildung von Ritzen und Fugen lässt sich vermeiden

Um auch nach Jahren noch eine funktionsfähige Sauna ohne Ritzen und Fugen im Holz zu haben, bieten manche Hersteller Systeme mit Spannvorrichtung an. Mittels dieser Spannvorrichtung, die im Idealfall einen gleichmäßigen Druck auf alle Bohlen ausübt, bleiben alle Bohlen da, wo sie sein sollen. Verschiebungen werden damit ausgeschlossen. Die Folge ist, dass die Sauna dicht bleibt und auch langfristig keinen erhöhten Wärmeverlust nach sich zieht.

Um die Dichtigkeit dieser Konstruktion zu gewährleisten, müssen die Blockbohlen Profil für Profil ineinandergreifen. Günstige Varianten setzen auf einen Nut- und Federsystem, es gibt jedoch auch stabilere Profilierung ein, wie das B+S System. Im Ergebnis muss das Holz in einer finnischen Sauna die Möglichkeit haben, sich zu bewegen, ohne zu splittern oder zu reißen. Und andererseits muss die Dichtigkeit innerhalb der Kabine gewährleistet sein.

Je durchdachter die Konstruktion, desto langlebiger die Sauna. Verbraucher sollten sich beim Kauf einer massiven Sauna genau erklären lassen, wie der Hersteller langfristig für die Dichtigkeit sorgt, ohne den Spielraum für das Holz zu beschränken.

Eine hochwertige finnische Sauna kommt sogar ganz ohne Lüftungssystem aus. Sie ist so konstruiert, dass im Inneren ein Unterdruck entsteht. Dieser ist gering genug, um die Frischluft durch die Zellstruktur des Holzes in die Sauna hinein zu saugen.

Bis zu siebenmal pro Stunde lässt sich auf diesem Weg die Luft in einer Saunakabine austauschen. Gleichzeitig wird die erhöhte Luftfeuchtigkeit, die durch Schweiß und Saunaaufguss entsteht, nach außen abgeführt. Doch noch längst nicht alle Hersteller garantieren das. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich über die Belüftung der massiven Saunakabine genau informieren und beraten zu lassen.

Es ist empfehlenswert, eine Massivholzsauna durch einen Fachbetrieb oder vom Hersteller aufbauen zu lassen. Das kann Bestandteil der Verkaufsbedingungen sein, damit die Herstellergarantie greift.

Finnische Sauna als Einbausauna (Sandwichbauweise)

Eine Einbausauna weist in der Regel einzelne Bauteile im Sandwichprinzip auf. Dabei wird Holz, Isoliermaterial, Dampfsperre und wieder Holz verbaut. Die Isolierung dieser Sandwichplatten ist sehr gut. Nachteilig ist allerdings, dass sich aufgrund der Dampfsperre Feuchtigkeit ansammeln und Schimmel entwickeln kann.

Im Prinzip besteht die Einbausauna aus einzelnen Holzelementen, die ähnlich wie ein Holzfachwerk konstruiert sind. Im Zwischenraum befindet sich das isolierende Material. Das kann zum Beispiel Steinwolle oder auch natürlicher Kork sein. Die Dampfsperre ist zum Innenraum hin ausgerichtet. Anbieter von Saunen in Elementbauweise fertigen die Bauteile passgenau vor.

Nutzer können die Sauna dann vor Ort aufstellen. Je nach Qualität kommen natürlich gewachsene Hölzer, in manchen Fällen jedoch auch Verbundplatten zum Einsatz. Je günstiger eine Sauna ist, desto weniger hoch ist die Qualität des verwendeten Holzes – so ist es zumindest in den meisten Fällen.

Die Sandwichsauna lässt sich relativ leicht aufbauen, wenn die Bauteile vorgefertigt sind. Der Preis ist im Vergleich zu Massivholzsauna erheblich niedriger. Dadurch wird die Sauna in Elementbauweise interessant für preisbewusste Haushalte.

Klimatisch lassen sich durch eine abgestimmte Kombination von Saunaofen, Belüftung und Befeuchtung vergleichbare Bedingungen herstellen, wie sie in einer Blockbohlensauna herrschen. Insofern spricht nichts dagegen, den Geldbeutel zu schonen und sich für eine weniger kostenintensive Variante zu entscheiden.

Inzwischen sind die Produkte auf dem Markt so gut, dass sie

  • eine hohe Stabilität aufweisen,
  • dauerhaft für das geeignete Saunaklima sorgen und
  • gewährleisten, dass keine Schäden durch Schimmel entstehen.

Wichtig ist, dass der Aufbau sauber erfolgt, damit die Bedingungen für Material und Funktionsfähigkeit optimal sind.

Aufbau einer Bausatz-Sauna

Um eine Bausatzsauna selber aufzubauen, brauchen Käufer

  • Bohrmaschine/Akkuschrauber
  • Säge
  • Maßband oder Zollstock
  • Hammer
  • Schraubenzieher
  • Inbusschlüssel
  • Schrauben
  • Bleistift
  • Wasserwaage

Die nachfolgende Anleitung orientiert sich an einer Standardsauna ohne Extras. Es sollten mindestens 2 Personen zusammenarbeiten, denn das vereinfacht die Ausrichtung und Montage der Einzelteile erheblich.

  1. Zunächst muss der Grundrahmen für die Sauna vor Ort ausgelegt und fest miteinander verschraubt werden. Der Grundrahmen ist wie ein Fundament und gibt vor, wo die Außenwände stehen. Wichtig ist, dass der Grundrahmen absolut in Waage liegt.
  2. Ein Pfosten wird in der Ecke platziert und zwei Wände über den Eckpfosten miteinander verschraubt. Die Wände werden außerdem mit dem Grundrahmen verschraubt. Damit stehen sie stabil.
  3. Im Folgenden sind die jeweiligen Sauna-Wandelemente Stück für Stück anzuschrauben und jeweils an den erforderlichen Eck-Pfosten zu befestigen. Damit steht der Sauna-Rohbau.
  4. Als nächstes ist die Tür dran. Je nach Ausführung ist der Türanschlag links oder rechts möglich.
  5. Unerlässlich ist die penible Kontrolle der Ausrichtung der Wände. Sie müssen senkrecht stehen, damit die Decke aufgeschraubt werden kann.
  6. Am oberen Rand der Seitenwände befestigt man den Deckenrahmen, auf den die Deckenelemente aufgesetzt werden.
  7. Nun folgen die Deckenelemente, die oben auf den Wänden platziert und von innen gegengeschraubt werden.
  8. Üblicherweise sind die Kabelkanäle bereits in den fertigen Wänden eingearbeitet. Hier ist die Verkabelung einzubringen.
  9. Im nächsten Schritt werden die Saunabänke montiert, die mittels exakt zu verschneidender Leiste zwischen den Wänden befestigt werden.
  10. Der Ofen fehlt noch, doch dieser sollte von einem zertifizierten Elektrofachmann bzw. Schornsteinfeger oder Gasfachmann angeschlossen werden.
  11. Ein Steuergerät ist ebenfalls von einem Elektrofachmann zu installieren.
  12. Sollte trotz korrektem Aufbau das Holz etwas verzogen sein, kann man mit geübter Hand und mit Hilfe von Seilen mit Flaschenzügen Bauteile ein paar Tage “entzerren” und so passend hinbiegen, allerdings sollte vorher überprüft werden, ob nicht ein Baufehler vorliegt.

Es ist immer erforderlich, sich die Aufbauanleitung des Herstellers zu besorgen und vorab einmal komplett durchzulesen, um eine Bausatz-Sauna ordnungsgemäß zusammen zu bauen. Wer den Selbstaufbau nicht vornehmen will, kann bei vielen Herstellern eine Sauna inklusive Montage bestellen.

Probelauf der Sauna

Sobald die Sauna fest installiert ist, steht der Probelauf an. Dieser sollte unter allen Umständen von einem Fachmann vorgenommen werden, der im Falle von Unregelmäßigkeiten sofort eingreifen und regulieren kann. Das gilt aus Sicherheitsgründen für jede Befeuerungsart und für jede selbst montierte Sauna! Nur bei Produkten, die in einem Stück fix und fertig angeliefert werden (z. B. Einzel-Infrarotkabinen), bei denen in den Herstellerhinweisen ausdrücklich die Inbetriebnahme durch den Endverbraucher vorgibt, ist es nicht nötig, einen Fachmann zum Erstanschluss und Probelauf zu beauftragen.

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